Big Data fördert die individuelle Freiheit! Oder genau das Gegenteil?

Pressemeldung der Firma Platingroup GmbH

Egal ob Web 2.0, Industrie 4.0, Smart Home oder Internet of Things – das Speichern und Analysieren schier unüberschaubar großer Datenmengen stellt einen zentralen Aufgabenbereich im Sammelsurium webbasierter Technologien dar. Während ein Bewusstsein dafür innerhalb der Gesellschaft respektive Konsumentengruppen erst allmählich erwacht, sind die Erkenntnisse und Visionen der IT-Industrie diesbezüglich schon weit fortgeschritten. Analog zum öffentlichen Diskurs war auch unter den Dozenten des IFA+ Summit Dissens zur aktuellen Entwicklung zu beobachten.

Session 3: “Big Data”

Als Wegbereiterin der Berufsgruppe der „Data Scientists“, die für die Auswertung komplexer Datensätze zuständig sind, trat Dr. Amy Gershkoff auf. Als Chief Data Officer ist sie bei Zynga für die Generierung relevanter Erkenntnisse aus Userdaten zuständig. Sie führte eine McKinsey-Studie an, die eine dramatische Knappheit an Data Analysts in der nahen Zukunft prognostiziert. Da Nutzerdaten in allen öffentlichen und privaten Sektoren in Massen anfallen und im Jahr 2020 weltweit mit einem täglichen Datenaufkommen in Höhe von 240 Exabyte zu rechnen sei, müsse die Gefahr mit globalen Bildungsinitiativen gebannt werden.

Dr. Gershkoff fand ihren Kontrahenten auf der IFA in Andrew Keen, der für seine bewusst überspitzten Formulierungen in Bezug auf digitale Datensammler bekannt ist. Einleitend führte der Buchautor und Executive Director der Diskussionsreihe Futurecast an, es seien bereits definitiv zu viele Data Scientists beschäftigt. Solche „sophisticated snoops“, also etwa fortgeschrittene Schnüffler, die alles über geographische Bewegungen, persönlichen Antrieb und individuelle Präferenzen der Konsumenten wissen wollen, seien als Gefahr zu verstehen. Eine Gefahr, die sich in einem Muster entwickelt, das zu den gesellschaftlichen Verhältnissen während des Naziregimes sowie in der ehemaligen DDR beigetragen habe. Als grundlegendes Problem sieht er die Geschäftsmodelle, die kostenlose Onlinedienste für den Preis ständiger Überwachung vorsehen. Zu dessen Lösung seien politische Regulierungsbemühungen vonnöten.

An der Kyoto Universität ist Dr. Ryoichi Shinkuma mit der Weiterentwicklung der Technologien zur von Andrew Keen kritisierten „Überwachung“ betraut. Er versucht, die klassische zeitliche Lücke zwischen der Entstehung eines Bedarfs beim Konsumenten und der Bereitstellung eines passenden Angebots zu eliminieren. Durch kontextabhängige Prognosen sollen den Nutzern von Onlinediensten beispielsweise Vorschläge zum Abendessen unterbreitet werden noch bevor sie hungrig werden. Aufgrund der erfassten individuellen Profile werden die persönlichen Vorlieben in Erfahrung gebracht. Durch kontextuelle Parameter wie den Aufenthaltsort, die Wetterlage, die Zeit und eigener Freunde in der Nähe sei es im nächsten Schritt möglich, kurzfristige Entscheidungen der Konsumenten zu prognostizieren.

Mit der Analyse von Emotionen durch Big Data beschäftigt sich Dan Emodi. Er ist als Vice President bei israelischen Start Up „Beyond Verbal Communication“ für Marketing und „Strategic Accounts“ zuständig. Sein Ziel ist nichts anderes als die Stimmungslage kompletter Länder oder auch gleich der kompletten Erde zu erfassen. Das werde durch Software gewährleistet, die die individuelle Intonation in Gesprächen misst und interpretiert. Letztlich gehe es darum, dass die User mobiler Devices neue Erkenntnisse über ihre eigene Persönlichkeit gewinnen können.

Maurice Cashman, als Director und Enterprise Architect bei McAfee tätig, merkte zum Thema Big Data an, dass die nötige Datenübertragung End-to-End-verschlüsselt vorgenommen werden sollte, um die für die Nutzer wertvolle Vertraulichkeit der Datennutzung zu gewährleisten. Er räumte ein, dass die Bemühungen der auf dem Markt befindlichen IT-Sicherheitsdienstleister bislang nicht effizient genug waren. Die Vielzahl mobiler Endgeräte stelle die Anbieter entsprechender Security-Software vor große Herausforderungen. Zukünftig werde es bedeutender, die User stärker in Entscheidungen zur Datennutzung einzubeziehen. Gleichzeitig könne ihr Vertrauen nur durch eine Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg erreicht werden.

Vor dem Hintergrund der von Ramón Reichert vorgebrachten Anmerkungen erscheinen diese Ansätze zeitgemäß. Der Gastprofessor für Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien legte dar, dass momentan lediglich 1% der aufkommenden Massendaten analysiert wird. Besonders vor dem Hintergrund großen Wachstumspotenzials bestehe eine ungleiche Informationsverteilung bezüglich gesammelter Daten zwischen Konsument und Dienstleister. Darum seien die Nutzer in der Verantwortung, den Informationsgehalt der Ergebnisse von Datenanalysen zu hinterfragen.

Zusammengefasst traten erwartungsgemäß sowohl Befürworter als auch Kritiker entfesselter Datenkumulation und -nutzung auf die Bühne. In der abschließenden Diskussionsrunde zu Big Data wurde einerseits das Wohlbefinden der Bevölkerung hervorgehoben, die ihre Daten bereitwillig auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellt. Andererseits wurde zu Bedenken gegeben, dass „der User“ in der Realität als Konsument und als freier Staatsbürger auftritt. Diese Trennung gelte es zu erhalten, um langfristig nicht doch die Säulen unseres gesellschaftlichen Lebens zu Schädigen. Reale Bedrohungen seien beispielsweise ein leistungsamputiertes Gesundheitssystem oder ein maroder Arbeitsmarkt.

Diskutieren auch Sie mit uns über die Grenzen und Potenziale zum Schlagwort Big Data. Wir freuen uns über Ihre Beiträge.

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