Roaring Fifites: Die Generation 55+ kommt! Unternehmen, seid gewappnet
Die 55+er kommen!
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Anspruchsvoll, kauffreudig, lebensfroh und immer älter und fitter: Die wachsende Zahl der sogenannten „Best Ager“, also die Generation 50 aufwärts, ist eine Konsumentengruppe, die den zukünftigen Markt innerhalb der westlichen Industrienationen bestimmen wird. Im Zuge des demografischen Wandels steigt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung rasant an, und sie wird bald die entscheidende Käuferschicht bilden. Doch auch wenn dies ein weithin bekanntes Faktum ist, und man sich etwa in der Versicherungs- oder der Tourismusbranche schon darauf eingestellt hat, konzentrieren sich die Marketingabteilungen von Handels- und Konsumgüterunternehmen lieber nach wie vor auf die „Jungen“. Wollen letztere aber auch weiterhin erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben, tun sie gut daran, sich intensiv auf die Älteren einzulassen. Das bestätigt auch eine anwendungsorientierte Studie von PricewaterhouseCoopers [1].
Gemeinsam mit dem renommierten Institut für Handel und Marketing der Universität St. Gallen untersuchte die Wirtschaftsberatungsgesellschaft die Auswirkungen und Wachstumspotenziale des demografischen Wandels auf bzw. für die Geschäftsmodelle von Handel und Konsumgüterindustrie im deutschsprachigen Raum. Dabei wurde sowohl mit leitenden Mitarbeitern führender Hersteller- und Handelsfirmen diskutiert; zugleich analysierte man den umfangreichen Literaturbestand zum Thema Generation 55+ und ließ auch eigene Beratungserkenntnisse aus der Praxis mit einfließen.
Die Studienresultate zeichnen ein Bild vom Konsumverhalten und den Konsumbedürfnissen der älteren Verbraucher und geben konkrete Handlungsempfehlungen z. B. in punkto Qualität und Verbraucherfreundlichkeit und Zielgruppenansprache. Hier sei es extrem wichtig, nicht nur das richtige, sondern auch das gefühlte Alter der Kunden zu berücksichtigen, wolle man die „Generation 55+“ erreichen. Mit Sicherheit macht dies Sinn, denn bekommt man nicht immer häufiger zu hören „Ich fühle mich viel jünger als ich eigentlich bin“?
Mit diesem Grundgefühl verbunden ist häufig eine hedonistische Einstellung, die sich auch in der Ausgabenliste für Konsumgüter widerspiegelt: Hier sind Produkte für die Gesundheits- und Körperpflege, aber auch Pauschalreisen führend [2].
Die Studie, die zwar aus dem Jahr 2006 stammt, aber angesichts der weiter fortschreitenden Veralterung nichts von ihrer Aktualität verloren haben dürfte, führt noch weitere, interessante Aspekte ins Feld, die allesamt zeigen: Die Älteren in unserer Gesellschaft sind weitaus weniger innovationsavers oder probierfeindlich, geschweige denn weniger empfänglich für Werbung und neue Produkte. Diese Einsicht sollten sich die Unternehmen zu Herzen nehmen und ihre Marketingstrategien entsprechend überdenken.
[1] Die Studie mit dem Titel „Generation 55+“ – Chancen für Handel und Konsumgüterindustrie aus dem Jahr 2006 ist online abrufbar unter: http://www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter/assets/Generation55+.pdf
[2] wie Anm.1, S.8, Abb.6.
