20. Jahrestag des Völkermordes in Ruanda
Am 6. April jährt sich der Beginn des Völkermordes in Ruanda zum 20. Mal. Die Auswirkungen dieser Gewalttaten sind bis heute spürbar. So sind aus den verschiedenen Bewegungen Rebellenorganisationen hervorgegangen, die die Menschen in der Grenzregion zwischen Ruanda und dem Kongo, sowie die Region weiter im Norden an der Grenze zu Uganda, im Gebiet des Ruwenzori-Gebirges, terrorisieren. Es werden illegal seltene Erden und Gold abgebaut und in großem Stil mit Holzkohle gehandelt. Dass dabei unwiederbringliche Teile des Regenwaldes vernichtet werden, in denen die letzten Berggorillas dieser Welt leben, findet dabei ebenso wenig Berücksichtigung wie das Schicksal von Kindersoldaten.
Was geschah vor 20 Jahren? Vom 6. April bis 17. Juli 1994, innerhalb von nur 100 Tagen, töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit ca. 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich diesem Völkermord nicht anschlossen bzw. sich aktiv dagegen einsetzten. Ca. 800.000 bis 1 Million Menschen verloren laut Schätzungen der UNO ihr Leben.
Hintergrund dieses Genozid war ein langjähriger Konflikt zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung „Ruandische Patriotische Front“ (RPF). Eskaliert ist die Situation durch das Attentat auf den Präsidenten Habyarimana, ein Angehöriger der Hutu, dessen Flugzeug beim Landeanflug auf die Hauptstadt Kigali von einer Rakete abgeschossen wurde. Dies wird als Auslöser für den Beginn des Völkermords gesehen.
Nur wenige Stunden nach dem Attentat begannen in Kigali die Morde an oppositionellen Hutu, prominenten Tutsi und Befürwortern des Arusha-Friedensabkommens, ausgeführt durch die radikale Hutu-Miliz. Hunderttausende Menschen wurden in den folgenden 100 Tagen brutal ermordet. Die Vereinten Nationen griffen zunächst nicht ein. Erst Mitte Mai 1994 stimmten sie der Bitte des UN-Generals Dallaire zu, die Friedenstruppe auf 5.000 Soldaten zu erhöhen. Am Ende waren es jedoch nicht die UN-Truppen, die den Völkermord stoppten. Exil-Tutsi, Angehörige der RFP, die von Uganda aus in Ruanda einmarschierten, beendeten am 17. Juli 1994 unter ihrem Anführer Paul Kagame, dem heutigen Präsidenten Ruandas, mit dem Einmarsch in Kigali den Völkermord.
Eine Folge dieses Sieges der RFP war jedoch, dass nun Angehörige der Hutu in Massen flohen, vor allem in das heute als Demokratische Republik Kongo bekannte Nachbarland. Diese bildeten dort die als Hutu Miliz bekannte FDLR (Forces Démocratiques de Libération du Rwanda). Bis heute halten die Konflikte zwischen Hutu und Tutsi an.
Die Autoren des Afrika-Thrillers Mondberge haben diese aktuellen Gegebenheiten aufgegriffen und mit viel Geschick in eine spannende Entführungsgeschichte eingearbeitet. Der Roman erzählt eine Geschichte voller Mystik und Spannung, tief im Herzen dieser Region, die auch vor kritischen Themen wie Kindersoldaten und Umweltzerstörung nicht haltmacht.
„Als eine Trekkinggruppe um den National-Geographic-Fotografen Tom und die dynamische Berlinerin Andrea die schmalen Pfade des Ruwenzori besteigt, wissen die Wanderer noch nichts von Rebellen aus dem Kongo, die sie in den kalten Höhen bereits erwarten. Dort stürzt die geheimnisumwobene Familiengeschichte von Andrea die Gruppe in eine gefährliche Krise. Die Geister der Mondberge und die Quellen des Nils, ein vergessenes Tal und eine unbekannte Menschenaffen-Spezies führen die beiden immer wieder in den Grenzbereich zwischen Realität und Einbildung.“
Afrika-Thriller „Mondberge“
Softcover-Paperback, broschiert
Format: 140 x 210 mm
Umfang: 512 Seiten
ISBN-Nr. 978-3-9812944-7-7
Verlag: TiPP 4 GmbH
Preis: 16,90 Euro
E-Book (epub)
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