t3n: Das Silicon Valley träumt von der Unsterblichkeit
Lässt der Mensch sich digital konservieren?
Der Traum von der Unsterblichkeit ist so alt wie die Menschheit. Im Silicon Valley sehen Tech-Pioniere den Tod als Systemfehler oder lösbares Problem und stecken immer mehr Geld in Forschung und Startups für reale oder digitale Lebensverlängerung, schreibt t3n, das Magazin der digitalen Wirtschaft, in der aktuellen Ausgabe 46, die am 23.11. erscheint.
Allein drei Milliarden Dollar investiert Facebook-Chef Mark Zuckerberg gemeinsam mit seiner Frau Priscilla Chan in Grundlagenforschung, um alle Krankheiten weitestgehend auszurotten. Manche erwarten, dass die medizinische Forschung ab 2030 die durchschnittliche Lebenserwartung um jeweils ein Jahr erhöht.
Andere Startups wie Eternime setzen auf immaterielles Weiterleben durch digitale Lösungen. Sie wollen auf Basis von künstlicher Intelligenz die Daten ihrer Nutzer verwenden, um Avatare zu erschaffen. Diese leben dann nach dem Sterben für einen weiter. Anfang 2012 wurde der tote Musiker Tupac als rappendes Hologramm auf die Bühne zurückgeholt. Bis hin zu kleinsten Asymmetrien in Gesten und Mimik wurde er digital nachgebaut und über eine Glasplatte im Boden auf eine im 45-Grad-Winkel gespannte Folie projiziert.
Der Google-Manager Ray Kurzweil sieht schon in 30 Jahren gar unser Gehirn in die Cloud hochgeladen, um ein körperloses Backup unseres Geistes zu bewahren. Andreas Herz, Forscher an der Ludwig-Maximilians-Universität München hält die Vorstellung, dass man in absehbarer Zeit das Gehirn verstehen und dann kopieren kann, für Quatsch. Eine Persönlichkeit werde eine künstliche Intelligenz erst recht nie besitzen können. Die größten Hürden stellen Humor, Scharfsinn und vor allem Emotionen dar. Diese könne Künstliche Intelligenz allerdings vortäuschen, sagt der KI-Experte Ipke Wachsmuth von der Universität Bielefeld.
Euphorie hält der Wissenschaftler und Künstliche-Intelligenz-Forscher Raúl Rojas González ebenfalls für unangebracht. Den Upload unseres Geistes betrachtet er als überhaupt nicht möglich. Auch direkte Schnittstellen zwischen einem menschlichen Gehirn und Computern, wie wir sie heute kennen, bezeichnet er als absurd. „Zwischen dem Lebendigen und dem Unbelebten wird immer ein Abstand bleiben“, erklärt Rojas González gegenüber t3n. „Wir verlieben uns ja auch nicht in unserer Waschmaschine.“
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